Der Nordstern – Mission Vision oder doch eher Negation

Entwickeln Sie Ihren Nordstern

In diesem Artikel geht es um den Nordstern, die sogenannte Unternehmensvision, und mit welcher Mission man diese Vision.

 

Was genau bringt ein Nordstern mit einer langfristigen Ausrichtung, haben Unternehmen welchen einen Nordstern besitzen, diese Auswirkungen nicht

Ein Unternehmen, welches erfolgreich auf dem Markt agieren möchte, muss eine langfristige Ausrichtung auf seine Geschäftsentwicklung und dadurch auch für die Veränderungsaktivitäten besitzen! Tut es dieses nicht, ist das Ergebnis eine gravierende Umstrukturierung (welche alle 3-5 Jahre stattfindet). Genau dieses passiert in sehr vielen Unternehmen. Innere Auswirkungen von diesem Miss-Management sind ständige Wechsel im oberen Management; neuer Manager = neue Ideen, eine hohe Mitarbeiterunzufriedenheit! Genau wie eine hohe Krankenquote und eine sehr hohe Fluktuationsrate. Äußere Auswirkungen sind unzufriedene Kunden aufgrund der Produktqualität und der Lieferperformance. Das Unternehmen gibt den Mitarbeitern keine Sicherheit; die aktuelle Unternehmensausrichtung besitzt damit keine Bedeutung. Sie wird praktisch zur Farce

Dient Toyotas Nordstern als Vorbild?

Genau um dieses zu vermeiden und den Menschen in der Organisation Sicherheit zu geben, ist eine langfristige Unternehmensausrichtung von spezieller Bedeutung. Eine solche Unternehmensausrichtung, auch bekannt als Vision, wird häufig Nordstern oder True-North genannt. Der Nordstern beschreibt die Prozesse und das Verhalten der im Unternehmen handelnden Personen im Idealzustand. Diese Beschreibung wird als der höchste Zielwert betrachtet, den es zu erreichen gilt, sogar vielmehr, als der Wert, den wir anstreben zu erreichen, jedoch es niemals werden. Der Nordstern beschreibt den idealen Zustand ohne Kompromisse, das heißt es gibt praktisch keine Hindernisse im Idealzustand, als wäre es ein Traum, in dem alles möglich und machbar ist. Ziel ist es, dadurch einen genauen, jedoch sehr harten Kontrast zum aktuellen IST-Zustand, also dem heutigen Arbeitsalltag zu schaffen.

Die Reaktionen von vielen Mitarbeitern jeglicher Ebene in Unternehmen sind dabei häufig identisch. Aus vielen Lean-Projekten kenne ich das nur zu gut. Häufige Reaktionen darauf sind: „Das geht doch niemals“, „Das ist doch nie möglich“ oder “ Da haben sich die da oben mal wieder etwas Unmögliches ausgedacht, die müssen es ja eh nicht umsetzen“. Genau aufgrund dieser Reaktionen ist die richtige Kommunikation mit den Mitarbeitern wichtig. Nicht zu vergessen, ist die Wichtigkeit dieses Nordsterns. Gerade bei strategischen Entscheidung dient er als Richtungsweiser, als ein solcher fungiert er ebenfalls bei kleinen täglichen Prozessverbesserungen im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozess und die damit einhergehende Lean-Philosophie beinhaltet folgende Punkte

  • 100 % Wertschöpfung in den Prozessen
  • 0 Fehler (Wir machen keine Fehler)
  • Alle unsere internen und externen Prozesse ziehen sich die notwendigen Größen zur Produktion in den Eingang selbst heran (Material, Information, Support)
  • Wir haben 0 Bestand im Prozess durch einen kontinuierlichen Fluss in unseren Prozessen
  • Alle unsere Prozesse werden jeden Tag verbessert

Diese Richtung des Nordsterns von Toyota zeigt sofort einen Kontrast auf. Es ermöglicht den Mitarbeiter, die aktiv mit den Abweichungen zu diesem Nordstern arbeiten, die Potentiale zu erkennen. Stand heute ist das Unternehmen nicht in der Lage gemäß dem Nordstern (dem Idealzustand) zu arbeiten.

Langfristig ausrichten, kurzfristig umsetzen

Mit Hilfe des Hoshin-Kanri-Prozesses auch bekannt als Zielentfaltungsprozess, werden am Nordstern ausgerichtet langfristige Unternehmensziele definiert. Eine vernetzte Zielkaskade wird durch mittelfristige Unternehmens- und Bereichsziele bis hin zu kurzfristigen Prozesszielen erstellt. Genau durch diese Hoshin-Prozesse sind die Ziele von der Geschäftsleitung bis hin zum Mitarbeiter im Prozess klar und eindeutig miteinander verbunden.

Diesen Prozess durfte ich bei einem meiner Klienten implementieren und begleiten. Das Feedback, welches ich erhielt, war durchweg positiv. Aussagen wie „Endlich darf ich mich konstruktiv miteinbringen“, „Unsere Ziele sind jetzt auch meine Ziele“ und „Gemeinsam Erarbeiten und Umsetzen macht mir viel mehr Spaß“ bestätigen das Feedback.

Dieser Hoshin-Kanri-Prozess ist bei Einhaltung somit ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern und Voraussetzung für das Einschlagen einer gemeinsamen Richtung bzgl. der Veränderung.

Es bedarf allerdings einigen Grundvoraussetzungen und wesentlichen Einstellungsmerkmale, um die nachhaltige Optimierung der Prozessabläufe erfolgreich gestalten zu können. Ebenfalls nehme ich hier eine Anlehnung an die Lean-Philosophie:

  • Jeder Mitarbeiter verbessert eigenständig die Arbeitsabläufe innerhalb seines Verantwortungsbereichs (like a Mini-Company)
  • Die Arbeitsabläufe werden durch Eigenüberzeugung der Mitarbeiter verbessert
  • Die definierte Vorgehensweise ist KATA (Link folgt)
  • Die Fähigkeiten der Mitarbeiter in Bezug auf kontinuierliche Verbesserung und Coaching werden stetig weiterentwickelt
  • Wir besitzen kein Geld um zu investieren und optimieren, damit der Kunde einen Mehrwert bekommt (auch der interne Kunde)

Die konsequente Umsetzung dieser täglichen, „neuen“ Arbeit aller Mitarbeiter im Unternehmen sorgt dafür, dass das Unternehmen früher oder später dem Nordstern und somit ihrer Unternehmensvision ein Stück näher kommt. Hierfür wird jedoch eine radikale Change Kultur benötigt, sowohl auf der Mitarbeiter-Ebene als auch der Führungskräfte-Ebene.

Nehmt eine Portion Mut in die Hand und richtet den Kompass in Richtung des Nordsterns aus, Anschließend verfolgt ihr gemeinsam, konsequent und mit vollster Überzeugung den Weg dorthin.

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