Industrie 4.0 und nun, was ist zu tun?

Von der Vision zur Mission

Vor einigen Tagen habe ich auf die mit einer Revolution zusammenhängenden Probleme bei der Digitalisierung hingewiesen.

Die Realität zeigt jedoch, dass immer mehr Unternehmen in diese Digitalisierungsfalle tappen: Werden die funktional getriebenen Probleme nicht aufgelöst, wird man auch mit noch so großen Investitionen in die Digitalisierung vielleicht in manchen Abläufen produktiver, aber das Gesamtunternehmen wird nicht effizienter und effektiver und damit auch nicht wirtschaftlicher betrieben werden können. Alle Bemühungen werden keine Erfolge aufzeigen. Das Ziel, Kosten zu sparen oder sich wenigstens fit für die Zukunft zu machen, wird nicht erreicht. Stattdessen verzetteln sich die Unternehmen in komplexen IT-Projekten. Der Grad der Verschwendung steigt enorm, statt zu sinken. Solange die Unternehmen ihre Prozesse nicht strategisch auf die Herausforderungen der digitalen Welt anpassen und dabei ausschließlich die Wertschöpfung im Blick behalten, werden sie zwangsläufig in ihren Digitalisierungsvorhaben scheitern.

Die Wertschöpfungslogik folgt in der Digitalisierung anderen Parametern: Der digitale Kunde stellt andere Ansprüche als der analoge Kunde.

Erst die Prozesse optimieren, dann digitalisieren!

Bevor auch nur ein Programmierer seinen Rechner einschaltet, muss das Unternehmen seine Prozesse strategisch konsequent auf die neuen digitalen Herausforderungen ausrichten.

Was ist also zu tun?

Eine erfolgreiche Digitalisierung muss mit der Neuausrichtung auf den Wertschöpfungsprozess verbunden sein. Diese baut auf vier fundemantelen Säulen auf:

  1. Einen Kompass ausrichten. Vom Nordstern (Vision) aus den nächsten Zielzustand beschreiben, konsequent am Kundennutzen orientieren: Organisation vom Funktions- zum Prozessdenken führen.
  2. Die Prozessabläufe stabilisieren. Im gesamten Wertschöpfungsprozess alle Detailprozesse definieren, straffen und stabilisieren. Das erste und wichtigste Ziel ist es die Störungsfreiheit zu erreichen.
  3. Den Autopilot installieren. Selbststeuernde Regelkreise einführen und zwar ausgehend vom Kunden über die Fertigung bis zum Lieferanten.
  4. Den Lean Leader trainieren. Führungskräfte von funktional ausgerichteten Managern zu wertschöpfenden Teamplayern entwickeln. Die Zeit für den Lean Leader ist gekommen, denn dieser ist wichtiger denn je.

Diese Maßnahmen waren für Unternehmen schon in der analogen Welt profitabel – in der digitalen Welt sind sie nun aber überlebenswichtig. Die Maßnahmen werden darüber entscheiden, ob wir in den nächsten Jahren den Wirtschaftsstandort Deutschland stabilisieren, weiter stärken oder vom Konkurrenten überholt  werden.

Die Maßnahmen bilden letztendlich das Fundament, um eine Organisation auf den Weg zur Industrie 4.0 zu bringen. Ohne die korrekte Betrachtung der Maßnahmen und die damit verbundene Ausschöpfung der vorhandenen Potentiale in einem Unternehmen, wird die Digitalisierung zur Investitionsfalle, zu einer sinnlosen Geldvernichtungsmaschinerie. Denn es gilt

  • Richte ich meine Unternehmen ohne Kompass und somit ohne Orientierung auf den Wertschöpfungsprozess aus, werde ich mich verirren und  ich verliere den Kampf um die Plätze in der Spitze.
  • Habe ich instabile Prozesse und digitalisiere ich die Abläufe dieser, automatisiere ich die Produktion von Verschwendung.
  • Reduziere ich nicht die Komplexität und installiere ich keine selbststeuernden Regelkreise als Autopilot, werde ich mit der Komplexität nicht bewältigen können und als Folge in der nicht mehr zu beherrschenden Datenmenge untergehen.
  • Entwickle ich kein Leadership durch Trainieren, Beratung und Coaching  mit den Mitarbeitern und Führungskräften, werden diese ihre neue Rolle im Wertschöpfungsprozess nicht verstehen und weiter in ihrem funktionsorientierten Klein-Klein- Denken verharren.

Zusammenfassend haben wir, Stand heute, noch die Wahl wie wir die Hürde „Industrie 4.0“ angehen wollen, entweder wir machen es wie es sich für Lean(er) gehört und werden auf dem Weg zur digitalen Organisation kleine, signifikante und schnelle Entwicklung erleben oder wir produzieren Verschwendung par Excellence und tappen somit in die Falle Industrie 4.0.

Es bleibt spannend! nächste Woche ist die Cebit in Hannover  „Global Event for digitalen Business“ mit allem was Rang und Namen in Politik und Wirtschaft. Ich bin gespannt, was es dort alles zu dem Thema Industrie 4.0 geben wird.

Also bleibt Lean….

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